Nachrichten

Eigenschaften und Anwendungen von Gelenklagern

2025-09-08
Teilen:

Gelenklager sind spezielle Gleitlager, die sich von herkömmlichen Wälzlagern durch ihre Fähigkeit zur mehrdimensionalen Winkelauslenkung unterscheiden. Sie bestehen hauptsächlich aus einem Innenring (innere Kugelbuchse) und einem Außenring (äußeres Kugelgehäuse). Ihre kugelförmige Kontaktfläche ermöglicht ein flexibles Schwenken oder Neigen innerhalb eines bestimmten Winkelbereichs. Nachfolgend finden Sie eine vereinfachte Übersicht über ihre Kernmerkmale und typischen Anwendungen.

I. Kernmerkmale

Gelenklager haben „Winkelausgleichsfunktion“. Sie zeichnen sich durch Flexibilität, Tragfähigkeit und Anpassungsfähigkeit aus und weisen sechs wesentliche Merkmale auf:

1. Multidirektionale Winkelbewegung

Dies ist ihr wichtigstes Merkmal: Der sphärische Kontakt zwischen Innen- und Außenring ermöglicht eine radiale, axiale und winklige Verformung. Typische Schwenkwinkel reichen von ±3° bis ±20°. Diese Fähigkeit gleicht Montagefehler, Verformungen von Bauteilen oder Winkelabweichungen während des Betriebs aus.

2. Hohe Tragfähigkeit

Der sphärische Kontakt bietet eine große Belastungsfläche. Verschleißfeste Paarungen – wie Metall-Metall (z. B. Stahl-Bronze) oder Metall-Verbundwerkstoff (z. B. Stahl-PTFE-Gewebe) – ermöglichen es ihnen, radialen Belastungen, axialen Belastungen oder kombinierten Belastungen standzuhalten. Hochleistungsmodelle können dynamische Nenntragzahl von bis zu mehreren tausend Newton aufweisen.

3. Geringer Wartungsaufwand

Die meisten Gelenklager verfügen über eine selbstschmierende Struktur: Außenringe können mit vorgefertigten Schmiernuten/Ölbohrungen versehen sein, oder Innenringe können mit festem Fett oder PTFE-Einlagen versehen sein. Ihre einfache Struktur (im Gegensatz zu Kugel-/Rollenlagern ohne Wälzkörper) reduziert Verschleiß und Ausfallstellen und senkt den Wartungsaufwand.

 

4. Anpassungsfähigkeit an raue Umgebungen

Die Gehäuse können abgedichtet (z. B. mit Gummidichtungen) oder aus korrosionsbeständigen Materialien (z. B. Edelstahl, technische Kunststoffe) gefertigt sein und sind somit beständig gegen Staub, Sedimente und Spritzwasser. Sie halten auch moderaten Stoßbelastungen und Vibrationen stand und eignen sich daher für raue Bedingungen wie holprige Baustellen.

5. Einfache Installation und Einstellung

Durch ihren Winkelausgleich ist bei der Installation keine strenge Koaxialität zwischen Innen- und Außenring erforderlich. Dies reduziert die Anforderungen an die Präzision, was besonders bei der Montage großer Komponenten (z. B. Roboterarme, Brückenlager) nützlich ist, bei denen eine hohe Koaxialität schwer zu erreichen ist.

6. Eignung für den Einsatz bei niedrigen Drehzahlen und hohen Lasten

Sie sind in erster Linie für „niedrige Drehzahlen“ (in der Regel <50 U/min) ausgelegt. Ihre sphärische Gleitreibung ist bei niedrigen Drehzahlen stabil, wodurch Probleme wie „Rutschen“ oder „Vibrationsgeräusche“ vermieden werden. Dies macht sie ideal für Szenarien mit hohen Lasten und niedrigen Bewegungsfrequenzen.

 

II. Typische Anwendungen

Aufgrund der oben genannten Eigenschaften werden Gelenklager häufig in Bereichen eingesetzt, in denen Winkelausgleich, niedrige Geschwindigkeiten bei hoher Belastung oder raue Umgebungen erforderlich sind. Es gibt fünf Hauptanwendungsbereiche:

1. Baumaschinen (Hauptanwendungsbereich)

Baumaschinen sind während des Betriebs starken Vibrationen, Verformungen und Winkeländerungen ausgesetzt, sodass diese Lager wichtige Getriebekomponenten sind. Bei Baggern verbinden sie den Ausleger mit dem Arm und den Arm mit der Schaufel und gleichen so die beim Graben auftretenden Schwingungen aus. In Ladern verbinden sie den Kipphebel mit dem Rahmen und stützen den Kippmechanismus der Schaufel, wobei sie schweren Lasten und Winkelabweichungen standhalten.

2. Automatisierung und Robotik

Industrieroboter (insbesondere Modelle mit mehreren Gelenken) erfordern präzise mehrdimensionale Bewegungen und diese Lager bilden ihren „Gelenkkern“. Bei mehrachsigen Roboterarmen verbinden sie große Arme mit kleinen Armen und kleine Arme mit Endeffektoren (Greifern) und erreichen dabei Schwenkwinkel von ±10° bis ±20° für mehr Flexibilität. In automatisierten Produktionslinien können sie geringfügige Betriebsabweichungen in Förderbandlenkgelenken und Scharnieren der Hebebühnen ausgleichen.

 

3. Transport

In Fahrzeugen, Schiffen und Transportsystemen drehen sich die Komponenten aufgrund von Unebenheiten auf Straßen/Meeren oder Gleisen und diese Lager sorgen für Dämpfung und Winkelausgleich. In Autos verbinden sie die Querlenker der Aufhängung mit dem Rahmen und den Lenkgestängescharnieren (z. B. MacPherson-Federbeine), was die Stabilität erhöht. In Schiffen stützen sie Antriebswellenverbindungen und Decksmaschinen (z. B. Ankerwinden) und widerstehen dabei Korrosion und Stößen von Meerwasser. Im Schienenverkehr verbessern sie die Stoßdämpfung von Drehgestellen in U-Bahnen/Hochgeschwindigkeitszügen und gleichen durch die Gleise verursachte Vibrationen aus.

4. Luft- und Raumfahrt (hohe Präzision/Zuverlässigkeit)

Luft- und Raumfahrtgeräte stellen strenge Anforderungen an Gewicht, Temperaturbeständigkeit und Zuverlässigkeit, daher werden diese Lager in wichtigen beweglichen Teilen eingesetzt. In Flugzeugen ermöglichen sie das Einfahren des Fahrwerks und die Verbindung von Steuerungssystemen (z. B. Querruder-/Höhenrudergelenke) und halten Temperaturänderungen von -50 °C bis 200 °C stand. In Raumfahrzeugen unterstützen sie die Steuerung von Satellitenantennen und Schwenkgelenke von Raketentriebwerken, was schmierungsfreie (oder langlebige Schmierung) und vakuumbeständige Leistung erfordert.

5. Sonstige allgemeine Maschinen

In medizinischen Geräten werden sie in Gelenken von Operationsrobotern und Prothesenverbindungen eingesetzt, wo sie geräuscharm und hochpräzise sein müssen. In Textilmaschinen unterstützen sie die Schwenkbewegungen von Webschäften und die Führungsrollen von Färbeanlagen und sind für niedrige Geschwindigkeiten, hohe Belastungen und Feuchtigkeit ausgelegt. In weiteren Anwendungen im Bauwesen unterstützen sie die Drehverbindungen von Turmdrehkranen und die Verbindungen von Betonpumpenwagenarmen und halten extrem hohen Belastungen stand.

 

III. Wesentliche Unterschiede zu Wälzlagern

Um ihre Funktion zu verdeutlichen, sind hier die wesentlichen Unterschiede zwischen Gelenklagern und herkömmlichen Wälzlagern (z. B. Rillenkugellagern) aufgeführt:

  • Bewegungsform: Gelenklager nutzen sphärisches Gleiten für multidirektionale Winkelauslenkung; Wälzlager basieren auf Rollreibung für unidirektionale Drehung (wenige unterstützen Winkelkontakt).
  • Belastungsart: Gelenklager bewältigen kombinierte Radial-/Axialbelastungen und schwere Lasten; Wälzlager konzentrieren sich auf Radialbelastungen (Rillenkugellager) oder Axialbelastungen (Axialkugellager).
  • Geschwindigkeitsanpassungsfähigkeit: Gelenklager eignen sich für niedrige Geschwindigkeiten (<50 U/min); Wälzlager zeichnen sich bei hohen Geschwindigkeiten (bis zu mehreren zehntausend U/min) aus.
  • Wesentliche Vorteile: Gelenklager bieten starke Winkelausgleichsfähigkeit und Stoßfestigkeit; Wälzlager zeichnen sich durch geringe Reibung und Stabilität bei hohen Drehzahlen aus.
  • Typische Anwendungsbereiche: Gelenklager werden in Scharnieren, Schwenkvorrichtungen und Schwerlastkonstruktionen eingesetzt; Wälzlager eignen sich für Motorwellen, Getriebe und schnell drehende Wellen.
Teilen: